1Isobarenabstand ist Windstärke
Isobaren verbinden Orte gleichen Luftdrucks. Liegen sie eng, weht viel Wind, liegen sie weit, wenig. Faustwert für unsere Breite: 1 hPa Unterschied auf 100 km ergibt etwa 13 kn Höhenwind. Auf dem Wasser kommen davon rund zwei Drittel an, über Land etwa die Hälfte.
2Das Tief liegt links
Der Wind weht fast parallel zu den Isobaren, ums Tief gegen den Uhrzeigersinn, ums Hoch im Uhrzeigersinn. Rücken zum Wind: Das Tief liegt links vorn. Am Boden ist der Wind zum Tief hin abgelenkt, über Wasser etwa 15°, über Land etwa 30°.
3Druckfall kündigt Wind an
Fällt der Druck, nähert sich ein Tief oder eine Front. Der Wind dreht zurück (nach links, etwa von W über SW auf S) und nimmt zu. Ab 1 hPa Fall pro Stunde ist Starkwind möglich. Steigt der Druck kräftig, ist die Front durch.
4Kaltfront heißt Rechtsdreher
Beim Durchgang einer Kaltfront springt der Wind nach rechts, typisch von SW auf W bis NW, oft um 40 bis 90° in wenigen Minuten, mit Böen und Schauer. Danach folgt Rückseitenwetter: Quellwolken, böig, drehend, gute Sicht.
5Im Hoch entscheidet die Thermik
Liegen die Isobaren weit auseinander, bestimmt die Sonne den Wind. Binnen kommt er am späten Vormittag mit der Einstrahlung, ist unter Quellwolken böig und schläft abends ein. An der Küste setzt ab Mittag Seewind ein, wenn das Land wärmer ist als das Wasser, und dreht im Tagesverlauf nach rechts.
6Wolken sind Windanzeiger
An der Vorderkante einer Quellwolke frischt es auf, dahinter folgt oft ein Loch. Aus Schauerwolken fällt die Böe nach vorn heraus. Unter einer geschlossenen Schichtwolke weht es gleichmäßiger mit weniger Drehern. Klart es am Abend auf, bricht der Wind schnell ein.