Zehn Situationen pro Wettfahrt, auf der Kreuz oder vorm Wind. Du siehst das Feld von oben, liest Wind, Kompass und Peilung zur Tonne und entscheidest in 25 Sekunden. Schnelle richtige Antworten und Serien bringen mehr Punkte.
So liest du das Bild
Der Mittelwind kommt immer von oben. Auf der Kreuz liegt die Luvtonne oben, vorm Wind die Leetonne unten. Dein Boot ist gelb. Der Pfeil oben zeigt den aktuellen Wind. Auf der Kreuz heißt „Wind von Steuerbord“: Du fährst nach links oben, vorm Wind: nach links unten.
Kreuz: die sechs Regeln
- Pendelnder Wind: im Schraler wenden, im Raumer weiterfahren. Maßstab ist dein Mittelkurs auf dem Bug.
- Anliegelinie: Peilt die Tonne auf deinem Kurs nach der Wende, sofort wenden. Liegst du sie schon an, nicht mehr wenden. Neuer Kurs nach der Wende = Kompasskurs plus oder minus Wendewinkel.
- Langer Schlag zuerst: Fahre den Bug, der näher zur Tonne zeigt.
- Anhaltender Dreher: erst zur Seite fahren, zu der der Wind dreht, auch wenn das kurz ein Schraler ist.
- Führung decken: Liegst du vorn, bleib zwischen Feld und Tonne.
- Freier Wind und Wegerecht: Raus aus dem Abwind. Mit Wind von Backbord auf dem besseren Bug lieber hinterm Heck durch als auf den schlechten Bug wenden.
Vorwind: die sieben Regeln
- Pendelnder Wind: umgekehrt wie auf der Kreuz. Im Raumer halsen, im Schraler weiterfahren, denn der Schraler lässt dich direkter zur Tonne laufen.
- Winkel nach Wind: Unter 8 kn heizen, also mit Winkel fahren. Darüber Baum zurück und tief. Die Tabelle unten gibt Richtwerte.
- Böe und Loch: In der Böe abfallen, im Loch anluven. Der Druck in der Spischot bestimmt den Winkel, der Trimmer sagt ihn an.
- Druck suchen: Bei Leichtwind zählt mehr Wind mehr als jeder Dreher. Dorthin halsen, wo es dunkler ist.
- Anliegelinie und langer Schlag: Kurs nach der Halse = Kompasskurs plus oder minus Halsenwinkel. Peilt die Leetonne dort, halsen. Vorher den Bug fahren, der näher zur Tonne zeigt.
- Windschatten: Er liegt in Richtung des scheinbaren Windes. Zeigt dein Verklicker auf ein Boot, deckt es dich ab. Als Angreifer stellst du dich auf die Linie, aus der der scheinbare Wind des Gegners kommt.
- Leetonne: Die Überlappung beim Erreichen der Zone (drei Längen) entscheidet über den Bojenraum. Innen überlappt ankommen, sonst dahinter bleiben.
Vorwind: Winkel und Halsenwinkel nach Wind
Der Halsenwinkel ist der Kursunterschied zwischen beiden Halsen, also zweimal der Winkel zur Platt-vorm-Wind-Linie. Die Polardaten sind ein Rechenmodell. Bei 10 kn ist das Optimum flach: 150° bringen fast so viel wie tiefere Kurse, hier entscheiden Druck, Dreher und freier Wind. Will Welles fährt im North Speed Guide schon ab 8 kn mit zurückgenommenem Baum direkt vorm Wind.
Quellen
- North Sails: J/24 Speed Guide mit Will Welles. Winkel unter 8 kn, darüber tief.
- Keelindex: J/24, ORC-Polardaten. Geschwindigkeiten und bester Vorwindwinkel.
- Alan Gillard: Faster Reaching and Downwind Strategy. Im Raumer halsen, in der Böe abfallen.
- Dave Dellenbaugh, Speed & Smarts: Go for puffs in light air, shifts in breeze.
- Dave Dellenbaugh, Speed & Smarts: Plan your attack from behind. Windschatten vor den Bug legen, Innenseite sichern.
- Mike Ingham: Changing your apparent wind. Der Verklicker zeigt auf das Boot, das abdeckt.
- Andy Horton, Sailing World: Great Escapes. Reichweite des Windschattens, früh weghalsen.
- Regel-Trainer. Regel 18, Bojenraum und Zone.